Weiterführende Schulen

Nach der Primarstufe in der Grundschule erfolgt der Übergang in die Sekundarstufe auf eine weiterführende Schule. Diese kann innerhalb der im Folgenden erläuterten Schulformen absolviert werden. Bei den Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium bilden die Klassen fünf und sechs die Erprobungsstufe. Hier wird beobachtet, ob die gewählte Schulform den Fähigkeiten des Schülers entspricht. Eine traditionelle Versetzung findet nicht statt, es kann lediglich eine Empfehlung ausgesprochen werden, dass z.B. das fünfte Schuljahr freiwillig zum Wohle des Kindes wiederholt werden sollte. 

Förderschulen

Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung können sowohl die allgemeine Schule besuchen als auch, wenn die Eltern dies wünschen, eine Förderschule. Die Stadt Bochum hat sich dafür ausgesprochen, dass die Förderschulen weiterhin als Angebot aufrechterhalten bleiben sollen, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen dies zulassen.

Außer für den Förderschwerpunkt „Sehen“ sind in Bochum Förderschulen für alle anderen Förderschwerpunkte vorhanden (nächste Förderschulen mit Förderschwerpunkt „Sehen“ liegen in Gelsenkirchen und Dortmund). Neben den drei Förderschulen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation sowie Förderschwerpunkt Sprache) gibt es in Bochum fünf Förderschulen im Bereich der Sekundarstufe I, die Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung, (auch bezeichnet als LES: Lern- und Entwicklungsstörungen) sowie Geistige Entwicklung unterrichten.

Im Gegensatz zu den Klassen der allgemeinen Schulen, die bis zu 27 Schülerinnen und Schüler umfassen können, sind die Lerngruppen in den Förderschulen mit 10-15 Schülerinnen und Schülern deutlich kleiner. Förderschulen sind zudem insgesamt kleinere und überschaubarere Systeme und haben eher die Größe einer (kleinen) Grundschule. Die Förderschulen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe verfügen über zusätzliches medizinisch-therapeutisches Personal sowie über spezielle technische und räumliche Ausstattungsmerkmale.

Seit 2013 entscheidet nicht mehr die Schulaufsicht über den Förderort der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, sondern die Eltern. Es empfiehlt sich daher, vor der Entscheidung die Alternativen zu prüfen und sich über die Besonderheiten der Bochumer Förderschulen vor Ort zu informieren. Da die Förderschulen keine Tage der offenen Tür anbieten, ist die persönliche Kontaktaufnahme sinnvoll.

Die Hauptschule

Die Hauptschule vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung, die schwerpunktmäßig auf eine Berufsausbildung vorbereitet

Im Rahmen der individuellen Förderung gibt es ein breites Angebot im Wahlpflichtbereich und auch von Fördermaßnahmen, um den unterschiedlichen Potentialen der Schülerinnen und Schüler gerecht  zu werden. Bereits ab der siebten Klasse werden die Fächer Mathematik und Englisch statt im Klassenverband in Fachleistungskursen unterrichtet. 

Die Hauptschule bietet alle Abschlüsse der Sekundarstufe I.

Mit erfolgreichem Abschluss der Klasse 9 kann der Hauptschulabschluss ohne weitere Prüfung erworben werden. Er ist die Mindestvoraussetzung für den Start in das Ausbildungs- und Berufsleben, es ist jedoch kein Wechsel in die Sekundarstufe II möglich. 

Mit Versetzung in die Klasse 10 werden die Schülerinnen und Schüler, abhängig von ihren bisherigen Leistungen, der Klasse 10 Typ A oder der Klasse 10 Typ B zugeordnet und können so verschiedene Abschlüsse erlangen. Weiterhin bieten beide Typen verschiedene fachliche Schwerpunkte.

Nach Abschluss der Klasse 10 Typ A wird nach einem zentralen Abschlussverfahren der „Hauptschulabschluss nach Klasse 10“ erworben. Mit ihm steht die Möglichkeit offen, einen höheren Schulabschluss zu erreichen, zum Beispiel an Berufskollegs.

Klasse 10 Typ B, mit dem Schwerpunkt Deutsch, Englisch und Mathematik, ermöglicht die Fachoberschulreife. Hier kann bei entsprechenden Noten eine Empfehlung für eine gymnasiale Oberstufe ausgesprochen werden.

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Die Realschule

Die Realschule unterrichtet in den Klassen 5 bis 10. Der Unterricht wird praxis- und berufsbezogen durchgeführt, ist aber ebenso wissenschaftlich orientiert.

Neben der Vermittlung einer erweiterten Grundbildung schafft die Realschule die schulischen Voraussetzungen für weitere Bildungswege.

Ab der siebten Klasse besteht die Gelegenheit, Vertiefungsbereiche zu wählen, die, je nach den persönlichen Fähigkeiten der Schülerin oder des Schülers, naturwissenschaftlich-technisch, wirtschafts- oder gesellschaftskundlich ausfallen können.

Zudem besteht die Möglichkeit, eine weitere Fremdsprache zu erlernen, die von Schule zu Schule variieren kann.

Die Realschule bietet alle Abschlüsse der Sekundarstufe I.

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Das Gymnasium

Das Gymnasium umfasst die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II. Aufgrund der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von dreizehn auf zwölf Jahre erstreckt sich die Sekundarstufe I des Gymnasiums lediglich auf die Klassen 5 bis 9 (aus diesem Grund sind die Abschlüsse der Sek I erst in der 10. Klasse möglich). Die Sekundarstufe II, die gymnasiale Oberstufe, bildet die drei folgenden Schuljahre bis zur Klasse 12.

Das Bildungsziel dieser Schulform ist es, eine vertiefte allgemeine Bildung zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler für ein Hochschulstudium zu qualifizieren, aber auch, für eine berufliche Ausbildung zu sensibilisieren und darauf vorzubereiten. 

Das Gymnasium hat – wie alle anderen weiterführenden Schulen – die Möglichkeit, sich ein Schulprofil zu geben, welches bestimmte Bildungsschwerpunkte beinhaltet.

Für Schülerinnen und Schüler besteht die Möglichkeit, mehrere Fremdsprachen zu erlernen. Als erste Fremdsprache wird in der Klasse 5 in der Regel Englisch unterrichtet. In Klasse 6 wird die zweite Fremdsprache verpflichtend angeboten.

Ab Klasse 8 wird ein weiteres Fach – oder eine Fächerkombination mit gesellschaftswissenschaftlichem oder naturwissenschaftlichem Schwerpunkt – im Wahlpflichtbereich angeboten. Die Auswahl ist abhängig von der jeweiligen Schule und ihrem Profil.

Bis zum Übergang in die Oberstufe findet der Unterricht im Klassenverband statt. Lediglich die Wahlpflichtfächer und Sprachen werden im Kursverband bzw. gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Parallelklassen unterrichtet.

Am Gymnasium können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und II erworben werden.

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Die Gesamtschule

Die Gesamtschule umfasst die Sekundarstufen I und II mit den Klassen 5 bis 13. Hier werden Schülerinnen und Schüler aller Leistungsstärken so lange wie möglich gemeinsam unterrichtet, und die Entscheidung für einen bestimmten Abschluss soll erst so spät wie möglich fallen. 

Die Schülerinnen und Schüler gehen ohne Versetzung in die Jahrgangsstufen 6 bis 9 über.

In der Klasse 5 wird die erste Fremdsprache verpflichtend angeboten. In der Klasse 6 setzen die Schülerinnen und Schüler individuelle Schwerpunkte, indem sie zusätzlich ein weiteres Fach wählen. Dabei können sie eine zweite moderne Fremdsprache oder ein Schwerpunktfach aus den Bereichen Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften oder Kunst/Musik wählen. Die Auswahl ist abhängig von der jeweiligen Schule und ihrem Profil. 

Ab der 7. Klasse besteht zwar weiterhin der übliche Klassenverband, jedoch wird hier bereits in den Kernfächern nach Leistung differenziert und das Kurssystem eingeführt.

An der Gesamtschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II erworben werden, da die gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule der des Gymnasiums entspricht. Somit können die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule auch die Fachhochschulreife und das Abitur erreichen.

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Die Sekundarschule

Die Sekundarschule ist eine neue reguläre Schulform, die die Sekundarstufe I mit den Klassen 5 bis 10 umfasst. Diese Schulform bietet als integrative Schulform ebenfalls die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens.

Die Schülerinnen und Schüler gehen ohne Versetzung in die Jahrgangsstufen 6 bis 9 über.

Es handelt sich bei dieser Schulform um Ganztagsschulen.

Die Sekundarschule bereitet sowohl auf eine berufliche Ausbildung als auch auf ein Hochschulstudium vor. Die Wahl des Sprachangebots sowie die Wahlpflichtfächer entsprechen dem System der Gymnasien und Gesamtschulen.

In Bochum gibt es seit dem Schuljahr 2012/13 zwei städtische Sekundarschulen. In beiden Schulen wird die zweite Fremdsprache ab der Klasse 6  angeboten.

Begabungsgerechte Profile in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Musik, Sprache/Darstellendes Spiel greifen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 individuelle Fähigkeiten auf und geben Raum für die Weiterentwicklung. Lernen in fächerübergreifenden Zusammenhängen ermöglicht eine breite Kompetenzentwicklung.

Ab der 7. Klasse findet eine Leistungsdifferenzierung in den Fächern Mathematik und Englisch statt.

Die Sekundarschule bietet alle Abschlüsse der Sekundarstufe I an.

Sie verfügt über keine Oberstufe, aus diesem Grund gibt es bei jeder dieser Schulen eine verbindliche Kooperation mit Schulen, die die Sekundarstufe II anbieten. Somit ist auch bei dieser Schulform gewährleistet, dass die Jugendlichen nach Beendigung der Sekundarschule das Abitur erreichen können.

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Die Gemeinschaftsschule

Dieses Schulmodell ist seit dem Schuljahr 2011/12 in Bochum – neben der Gesamtschule und Sekundarschule – die dritte Schulform des längeren gemeinsamen Lernens.

Die Schülerinnen und Schüler gehen ohne Versetzung in die Jahrgangsstufen 6 bis 9 über.

Sie hat das Ziel, das Lernen aller Schülerinnen und Schüler unter Einbeziehung ihrer individuellen Biografien, Interessen und Begabungen zu fördern und sie durch selbstständiges Lernen zum bestmöglichen Schulabschluss zu führen.

Ab der 5. Klasse wird die erste Fremdsprache angeboten. Die zweite Fremdsprache kann in der Klasse 6 gewählt werden, und ab der Klasse 8 ist die Wahl einer dritten modernen Fremdsprache möglich.

Profilbildungen, individuelle Förderung und kooperative Unterrichtsformen ermöglichen den Umgang mit unterschiedlichen Lernstilen.

Es können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erworben werden.

Die Gemeinschaftsschule verfügt über keine Oberstufe. Aus diesem Grund gibt es auch bei dieser
Schule eine verbindliche Kooperation mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule, die die Sekundarstufe II anbietet. Somit ist auch hier gewährleistet, dass die Jugendlichen nach Beendigung der Gemeinschaftsschule im Rahmen eines reibungslosen Übergangs das Abitur erreichen können.

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aktualisiert am: 30.03.2017

 

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Kompetenzpass (PDF, 1.6 MB)

 

Handreichung zum Kompetenzpass (PDF, 1.6 MB)

Leitfaden Schulbegleitung/Integrationshilfe