Schulprofile/Bildungsschwerpunkte

Viele Schulen haben sich ein Schulprofil gegeben und damit besondere Bildungsschwerpunkte ihrer Einrichtung festgelegt. Eine Auswahl dieser Schwerpunkte stellen wir Ihnen hier vor:

Berufsorientierung

Spätestens ab der Jahrgangsstufe 8 wird in allen Bochumer Schulen die Lebens- und Arbeitswelt in den Unterricht mit einbezogen. Das landesweite Vorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ begleitet den Übergang von der Schule in die Ausbildung oder in ein Studium.

Zu einer verbindlichen Berufs- und Studienorientierung gehören dabei:

  • der Auf- und Ausbau schulischer Strukturen sowie einer begleitenden Beratung,
  • die Nutzung eines Portfolioinstruments als Lernprozessbegleiter, in dem Bewerbungsschritte vorbereitet und dokumentiert werden,
  • die Durchführung einer Potenzialanalyse, um Neigungen und Fähigkeiten zu ermitteln,
  • Praxisphasen wie z.B. Berufsfelderkundungen und Hochschulerkundungen, bei denen verschiedene Berufe kennengelernt werden können,
  • Unterstützung während der Bewerbungsphase.


Diese Maßnahmen sollen Ihren Kindern bei der Lebensplanung und der Berufsorientierung helfen und individuelle Perspektiven eröffnen. Hierbei werden sie tatkräftig unterstützt – in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, wie z.B. der Agentur für Arbeit, Betrieben und Hochschulen. Dadurch soll möglichst allen Schülerinnen und Schülern der direkte Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine für sie passende Berufsausbildung, eine weiterführende Schulbildung oder in ein Studium ermöglicht werden.  

Foto: © Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Foto: © Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Mathematik/Naturwissenschaften

An Schulen mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt sollen die entsprechenden Fähigkeiten in Bezug auf eine immer mehr technisierte Welt der Kinder gefördert werden. Durch den Erwerb von mathematisch-naturwissenschaftlichem Wissen sollen sie auf eine spätere berufliche Laufbahn in diesem Bereich gut vorbereitet werden.

Dazu werden in den meisten Schulen dieser Ausprägung spezielle Klassen für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich eingerichtet. In diesen wird dann vor allem durch ein erweitertes Stundenvolumen im Vergleich zu den normalen Unterrichtsklassen und ein früheres Einsetzen der naturwissenschaftlichen Fächer (zumeist ab der 5. oder 6. Klasse) der Schwerpunkt auf die mathematisch-naturwissenschaftliche Lehre gelegt.

Weiterhin werden oftmals spezielle Experimentierstunden (zum Teil auch mit Freilandexperimenten) durchgeführt, um ein praktisches Verständnis der Schülerinnen und Schüler für die Materie zu schaffen. Vielfach nehmen Schulen mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Lehrausprägung mit ihren Klassen oder kleineren Gruppen auch an Wettbewerben wie der Mathematik-Olympiade oder „Jugend forscht“ teil, um selbstständigeres Forschen und das Selbstbewusstsein in Bezug auf die geleistete Arbeit bzw. das Ergebnis dieser Arbeit zu fördern. Oftmals wird auch angeboten, bestimmte Zertifizierungen der eigenen Leistungen zu erlangen. Diese können z. B. der Laborführerschein oder das MINT-Zertifikat sein, welche an Schülerinnen und Schüler mit besonderem Engagement im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich verliehen werden können.

In Bochum legen die Goethe-Schule, die Heinrich-von-Kleist-Schule und die Willy-Brandt-Gesamtschule besonderen Wert auf eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausprägung ihres Lehrprogramms. Die Graf-Engelbert-Schule ist zertifiziertes Mitglied der MINT-EC-Schulen.

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Foto: © s.media / pixelio.de
Foto: ©  s.media / pixelio.de

Sportförderung

Es gibt in Bochum vier Schulen, an denen Sporttalente besonders gefördert werden. Diese Eliteschulen des Sports und des Fußballs – die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule, die Pestalozzi-Realschule, die Hellweg-Schule und die Märkische Schule – werden ab dem Schuljahr 2013/14 als Verbund in den Kreis der NRW-Sportschulen aufgenommen.

Die Angebote und Profile bestehen aus fünf Wochenstunden Sport und zusätzlichen sportlichen Aktivitäten und Fördermaßnahmen für die Klassen 5 bis 7. Ab Klasse 8 soll sich eine leistungssportorientierte sportartspezifische Förderung anschließen.

Das neue Angebot der NRW-Sportschulen richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Bochumer Grundschulen, die eine weiterführende Schule besuchen werden. Die Kinder, die dieses Angebot wahrnehmen, also in den Sportschulzweig einer der Bochumer Sportschulen aufgenommen werden wollen, müssen vor dem Anmeldeverfahren erfolgreich den sogenannten FoSS-Test, einen allgemeinen, sportmotorischen Test, bestehen. Nach dem erfolgreich bestandenen Test können die Eltern ihr Kind an eine Schule ihrer Wahl im Verbundsystem anmelden.

In Bochum bieten die Pestalozzi-Realschule, die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule, die Märkische Schule sowie das Hellweg-Gymnasium in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt eine besondere Sportförderung an.

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Foto: © RainerSturm / pixelio.de
Foto: © RainerSturm / pixelio.de

Musik-, Kunst- und Medienzweig

Schulen mit Musikzweig sind Schulen, die Wert auf eine musikalische Ausbildung legen und damit die Grundlage für eine weiterführende Ausbildung in einem musiknahen Berufsfeld schaffen.

Daneben gibt es in Bochum auch die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler mit künstlerischen Potentialen und Talenten zu fördern. In Schulen mit besonderem Musik- oder Kunst- und Medienzweig werden bereits mit Beginn der 5. Klasse diese Fächer verstärkt unterrichtet und z.B. auch eine Musikklasse eingerichtet (abhängig von der Anzahl der Schülerinnen und Schüler auch mehrere). Weiterhin wird, ähnlich wie bei Schulen mit Ausrichtung auf andere Lehrschwerpunkte, die Stundenanzahl in diesem Fach ausgeweitet und gegebenenfalls ein Leistungskurs eingerichtet.

Oftmals werden Kooperationen mit städtischen Musikschulen und -hochschulen eingegangen, so dass besonders begabte Schülerinnen und Schüler schon frühzeitig gefördert werden können.

In Bochum wird dieses Konzept durch die Heinrich-Böll-Gesamtschule, die Erich Kästner Schule und in den Klassen 5 und 6 durch die Anne-Frank-Realschule verwirklicht. Die Goethe-Schule bietet eine Bläserklasse in der 5. und 6. Jahrgangsstufe an. Die Hildegardis-Schulen führt in Kooperation mit der Musikschule Bochum da Projekt JEKI als JEKIDS fohrt.

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Europaschulen

Abb.: © Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW
Abb.: © Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW

In Zeiten des politisch und wirtschaftlich immer weiter zusammenwachsenden Europas spielt die Idee "Europa" auch bildungspolitisch eine immer größere Rolle. Um dieser Idee gerecht zu werden, wurden die "Europaschulen" geschaffen.

Als Europaschule werden Schulen bezeichnet, die bestimmte Standards der interkulturellen Zusammenarbeit und der methodischen Innovation erfüllen. In Nordrhein-Westfalen ist die Bezeichnung Europaschule seit dem 9. Mai 2007 durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen festgelegt.

Zertifiziert werden Europaschulen jeweils für drei Jahre mit einem Gütesiegel durch die Arbeitsgemeinschaft Europaschulen (Argeus) im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Voraussetzung für eine solche Zertifizierung sind vor allem die Integration europäischer Themen, das Angebot von mindestens drei Fremdsprachen, die Beteiligung an europäischen Bildungsprogrammen, die Nutzung moderner Kommunikation mit Europa sowie die Pflege vielfältiger Auslandskontakte.

Das Siegel "Europaschule in NRW" tragen in Bochum die Hildegardis-Schule und das Neue Gymnasium Bochum.

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Bilingualer Unterricht

Foto: Lars Eirich / pixelio.de
Foto: Lars Eirich / pixelio.de

Die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen wächst stetig. Auf dem globalen, europäischen, aber auch innerdeutschen Arbeitsmarkt stellen sie eine zunehmend wichtigere Qualifikation dar. Zudem verwenden in ihrem täglichen Leben ca. 60 – 65 % der Weltbevölkerung mindestens zwei Sprachen. In Europa werden über 100 Sprachen gesprochen. Ungefähr 50 Millionen Bürger der Europäischen Union verwenden im Alltag eine andere Sprache als die Amtssprache des Staates, in dem sie leben. Und nur sechs Länder der EU haben eine einsprachige Mehrheit. Mehrsprachigkeit stellt also keine Ausnahme dar, wie es oft vermittelt wird, sondern ist die Regel.

Vor diesem Hintergrund macht es immer mehr Sinn, mehr als nur die eigene Muttersprache zu beherrschen. Der Grundstein hierfür wird in der bilingualen Pädagogik gelegt.

Hinter dem Begriff „Bilinguale Pädagogik“ verbirgt sich das Konzept, zwei (oder mehrere) Sprachen in die schulische Bildung fächerübergreifend einzubinden. Dies geschieht meist in der Form, dass nicht nur sprachpraktischer Unterricht in höherem Umfang erteilt wird, sondern eben auch verschiedene Sprachen für den Sachunterricht, meistens in Erdkunde, Geschichte oder Politik/Gesellschaftswissenschaften, verwendet werden.

In den meisten Fällen werden einzelne Fächer komplett oder teilweise in einer weiteren Sprache unterrichtet. Darüber hinaus wird gezielt über die Kultur und Lebensweise des Landes der Fremdsprache informiert, so dass nicht nur die Sprache erlernt, sondern auch ein weitergehendes kulturelles Wissen vermittelt wird.

Ziele einer bilingualen pädagogischen Ausbildung sind im Speziellen die Erlangung des zweisprachigen Abiturs (nur bei erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Oberstufe) und der erleichterte Zugang zu einem Studium oder einer Berufsausbildung im Ausland.

Im Allgemeinen soll eine sichere Beherrschung der gelernten Fremdsprache sowohl in Alltagssituationen als auch in der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erreicht werden. Weiterhin soll ein besseres Verständnis für die Denkweise des anderen Landes und somit auch größere berufliche Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt geschaffen werden.

Bilingualen Unterricht bieten folgende Schulen:

Gymnasien:
Hildegardis-Schule (Deutsch-Französisch, Möglichkeit des Erwerbs des deutschen und Französischen Abiturs AbiBac)
Neue
s Gymnasium Bochum (Deutsch-Englisch)
Hellweg-Schule (Deutsch-Englisch)

Gesamtschulen:
Maria Sibylla Merian-Gesamtschule (Deutsch-Englisch)
Will
y-Brandt-Gesamtschule (Deutsch-Englisch)

Realschulen:
Pestalozzi-Realschule (Deutsch-Englisch).

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aktualisiert am: 30.03.2017

 

Download

Kompetenzpass (PDF, 1.6 MB)

 

Handreichung zum Kompetenzpass (PDF, 1.6 MB)

Leitfaden Schulbegleitung/Integrationshilfe